Deine Eltern – Los lauf, kleiner Vogel!
14. November 2009
Nach dem letzten Album „Roboterinvasion“ 2007 präsentieren „Deine Eltern“ jetzt mit „Los lauf, kleiner Vogel!“ ihren neuen Tonträger.
Mit Henrik am Bass, Jörg an Mikro sowie Gitarre und (seit diesem Jahr) Matthias am Schlagzeug produzierten die Kölner einer Mischung aus Punk, Rock und textlastigem Indiesound. Wie schon bei den vorigen Alben wurde „Los lauf, kleiner Vogel!“ in Eigenregie aufgenommen und fällt mit leichten, wortwitzigen aber auch ernsten Texten auf. Dennoch sind klare Unterschiede zwischen ihren „Kindern“ zuerkennen. Von „Roboterinvasion“ zu „Los lauf, kleiner Vogel!“ zeigt sich eine starke Zunahme an ruhigen Instrumentalparts. Wo die 2007er Platte noch mit Stücken wie „Auf dem Dach der Deutschen Bank“, „Dienstag, Junge“ und „Alles gut“ mitreißend war, ist die neue Platte doch deutlich sachter. Vielleicht soll die Yoga-Dame auf der Rückseite der Hülle ja schon darauf hinweisen. Nur „Sympathieträger“, „Zielgruppenrabatt“ und der Anfang von „Meine Freunde sind wie Mauern“ knüpfen an das alte Tempo an (jedoch ist das Ende des letzteren etwas zu langatmig). Ersterer überzeugt nicht nur mit punkigen Gitarren und akzentuierten Drums sondern auch textlich. Ebenso raffiniert sind auch „Leicht ohne dich“ und „Hallo Bildungsbürgertum“, die sogar zum Mitsingen einladen. Ruhig, aber dennoch nicht zum Weiterskipen, sondern eher zum selbst Visualisieren, ist „Kik ist mein H&M“; angenehm hierbei: das gleichmäßige Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug.
Insgesamt ist „Los lauf, kleiner Vogel!“ leider nicht so mitreißend wie der Vorgänger. Schade! Dennoch ist es ein super Album für ruhigere Momente, in denen man einfach nur der Musik lauschen möchte.
Weitere Infos zur Band, sowie Songs auf ihrer MySpace-Seite:
Insert Coin – Puppet Show
26. September 2009
„Puppet Show“ heißt die dritte EP der Recklinghäuser Band „Insert Coin“ und hat es wirklich in sich. Schon mit dem ersten Song „Against My Mirror“ schaffen Tim, Didschu, Helge, Sepp und Cicka eine Melodie, die ins Ohr geht. Und diese Strategie fahren sie bei den folgenden vier Songs weiter. Die Konzentration liegt klar auf dem Gesang. Doch das heißt nicht, dass Bass, Gitarren und Drums zu kurzkommen. Bei „Against My Mirror“ und „Empty Promises“ sind die Drum-Parts geschickt eingebracht. Die Gitarren kommen besonders in „Puppet Show“ und „The Curtain Has Fallen“ mit den klaren Riffs zur Geltung, die die Songs sehr eingängig gestalten, und bei „Escape From Here“ ist der Bass kaum zu überhören, was dem Song Stärke verleiht. Überraschend sind die kurzen Shouts bei „Empty Promises“. Dennoch klingen alle Songs gutdurchdacht und durch die eindeutige Hervorhebung des Gesangs eignen sie sich wunderbar zum Mitsingen und Mitrocken. Auch wenn den Songs ab und an die ganze besondere Note fehlt, sind es Songs, die man gerne hört und das auch nach dem dritten, vierten und fünften Mal.
Weitere Infos zur Band, Tourdaten und Merch gibts auf deren MySpace-Seite: myspace.com/insertcoin
arrived at ten – beyond
25. Juli 2009
Mit „Beyond“ haben die vier jungen Musiker aus Amberg in Bayern eine Platte mit interessanten Gitarrenarrangements und sanften Drum- und Bassklängen geschaffen, die einen dazu einlädt es sich bequem zu machen und einfach nur der Musik zu lauschen. Igor Lichmann, Thomas Fono und Jan-Georg Joppich spielten zunächst in verschiedenen Bands und gründeten nach einer Umbesetzung 2007 mit Andi Haller die Band „arrived at ten“. Seit dem liefern sie Indie-Rock gespickt mit Elementen des Alternative-Rocks.
„Beyond“ fängt an und es baut sich eine angenehm ruhige Atmosphäre auf, die von Song zu Song aufrechtgehalten wird. Durch alle zieht sich ein langsamer, gefühlvoller Hauch, der immer wieder durch rockige Parts unterbrochen wird – aber nie störend, sonder angepasst und an den richtigen Stellen. Die Harmonie der Songs geht nie verloren. Dieses Abwägen hat das Quartett wirklich drauf. In „Sound Of Silence“ und „Trough The Ocean“ glänzen die treibende Gitarren und einige starke Gesangparts. Bei „El Smelo“ fällt der fast schon zarte und dennoch starke Gesang besonders auf: Ein sehr schöner Song. „The Great Escape“ ist etwas rockiger, fügt sich aber dennoch der Atmosphäre. Das Schlagzeug kommt hier wunderbar zur Geltung und mit Brakes an den passenden Stellen überzeugt „Memories“.
Alles in allem haben „arrived at ten“ ein Album geschaffen, das sich wunderbar eignet für Momente, in denen man einfach nur in der Musik versinken und sich ihr hingeben möchte. Tolle Platte!
Alle, die “arrived at ten” live sehen möchten, haben an folgenden Terminen die Möglichkeit dazu:
28.08. spAck! Festival, Wirges
12.09. Waterwheel Festival, Amberg
Weitere Infos und Songs auf ihrer MySpace-Seite:
Das Ende der Köppernjugend
21. Juli 2009
Ich bin erst vor etwas mehr als einem Jahr auf die Band namens „Köppernjugend“ gestoßen. Drummer Jojo und Gitarrist Andi K. waren mit Musiker Henrick auf seiner „Wir kommen Laut“- Tour unterwegs. Über seine MySpace-Seite bin ich damals bei den Jungs aus Köppern bei Frankfurt am Main gelandet. Und sie haben mich echt überzeugt! Die Vier Jungs Andi K. (Gitarre und Gesang), Andi P. (Gesang), Basti (Bass und Gesang) und Jojo (Drums) schaffen einen Mix aus Indie, Screamo und Post-Hardcore. Ihre Songs folgen immer einprägsamen Hooks, sind gespickt mit Shouts und teilweise sind sogar Sprechgesänge zuhören. Köppernjugend hat ihren ganz eigenen Stil geschafft, der direkt ins Ohr geht. Deswegen hat es mich umso mehr schockiert, dass ich von ihrer Auflösung lesen musste. Anfang April sind sie noch bei der Frankfurter Musikmesse aufgetreten und jetzt musste ich lesen, dass die Jungs die Band nach fünf Jahren aufgelöst haben. Schade!!!
Für alle, die bis jetzt noch nicht in den Genuss der Köppernjugend gekommen sind, kauft euch noch ihr gleichnamiges Album! Es lohnt sich! Neben den Songs „Under My Bed“, „Blinded By Beauty“ und „Love.Letter.Bomb.“, die auch auf ihrer MySpace-Seite zu hören sind (letzterer klingt auf dem Album etwas frischer), kann ich „Rainy Days Keep Me Breathing“ wegen der Stärke und „Dark Holes“ wegen der tollen Gitarrenriffs und Gesangparts nur empfehlen.
Schade Jungs! Ich hoffe, ihr macht in der einen oder anderen Band noch weiter!
Overdraft – My Heart My Soul My Rage My War
11. Juli 2009
„My Heart My Soul My Rage My War“ ist die neuste Platte von Overdraft. Sie erschien bereits 2006 und wurde 2008 re-released. Overdraft spielen jetzt schon zehn Jahre zusammen und haben immer noch Freunde daran. Die vier ursprünglichen Hildesheimer nahmen sich vor, Punkrock nach eigener Fasson zu kreieren – doch ist ihre Musik keinesfalls genrefixiert. Dass ihre Songs nicht x-beliebig klingen, zeigen sie auf ihrer Platte „My Heart My Soul My Rage My War“, auf der auch Emo- und Hardcore- Einflüssen zu hören sind. Alle zehn Songs wurden raffiniert arrangiert. Overdraft treffen genau ins Schwarze und lassen alle Instrumente perfekt zur Geltung kommen.
Schon im ersten Song „Trends And Clichés“ sind neben den eingängigen Melodien die Strophen auffällig. Das Schlagzeug ist deutlich heraus zu hören, der Gesang fügt sich melodisch an und Gitarren setzen klare Akzente. „My Heart My Soul My Rage My War” beginnt mit starken Gitarren, diese ziehen sich durch den ganzen Song. Kleine Besonderheiten sind kurze, trommelstarke Drumparts; rhythmisch brüllende Gesänge schaffen ohrenwurmartige Hooks. Es wird deutlich: Die Einflüsse des Hardcore sind nicht zu leugnen. Aber es geht auch anders: „Right Of Equality“ besticht durch einen fast einminütige Instrumentalpart, wobei der Song dennoch einer der Punktypischsten der Platte bleibt. Mit „Last Song“, der aber auf dem Album erst der vorletzte Song ist, nehmen Overdraft Abschied. Aber deswegen klingt der Song dennoch nicht nach Grabesmusik. Der Gesang: fast hymnenartig – Ein sehr eingängiger Song. „I’ll Take It With You“ lässt das Album super ausklingen. Alles in Allem sind die interessantesten der zehn Songs definitiv „Defunct Sun“ und „A Postcard From Italy“, da sie im Einzelnen fast alle Besonderheiten des Albums vereinen und sich sofort einprägen! Leider ist die Scheibe mit etwas mehr als 36 Minuten etwas kurz – dennoch wirklich gelungen. Doch wie sich beim Shut Up & Play Fun Festival gezeigt hat, sind Overdraft live noch besser.
http://www.myspace.com/overdraft
Hier ist jetzt auch ein neues Video vom Live-Auftritt beim Shut Up & Play Fun Festival zu sehen.
5Bugs – Best off
11. Juli 2009
Seit acht Jahren machen die Musiker Chris (Gesang), Daniel (Bass), Flo (Gitarre), Samy (Drums) und Snöt (Gitarre) schon zusammen Musik. Gemeinsam als 5Bugs haben sie sich mit ihren Songs eine große Fangemeinde erspielt. In Ganz Deutschland sind die Berliner unterwegs. Nach ihren Alben „To no one else except you“ und dem sehr starken “Tomorrow I’ll play god“ folgt nun ihr drittes. Mit “Best off” knüpfen sie an ihren bisherigen Mix aus harten Rocktönen und klarem Gesang perfekt an, aber diesmal greifen sie auch zu ruhigeren Klänge. Anscheinend haben 5Bugs Gefallen am Synthesizer gefunden, denn er wird auf diesem Album regelmäßig eingesetzt – meist jedoch dezent. Im Vordergrund des Albums stehen weiterhin die starken Gitarren.
Noch etwas sachte startet „Best off“ mit „To proud to see“. „The fiction“ folgt und da legen 5Bugs im Refrain dann auch wirklich los. Jedoch sind in den Strophen fast nur die Drums und der eindringliche Gesang von Chris zu hören. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei der Synthesizer. Danach wird es ruhiger und „Wake me after midnight“ beginnt. Melodie und Text verleiten regelrecht zum Mitsingen. Dies schaffen 5Bugs auch mit „In between“ und „We stop at nothing“, der zum richtigen Ohrwurm wird. Neben „We stop at nothing“ ist auch „Phantoms“ ein Highlight des Albums. Er zeichnet sich besonders durch die treibenden Gitarren und den einprägenden Refrain aus, aber die Bidge erinnert ein wenig an die in Billy Talents „Devil in a midnight mass“. Mit „Automatic“ schaffen die Berliner noch einen flotten Song, der das Album super abrundet.
Insgesamt haben 5Bugs ein Album mit eingängigen Melodien und starken Refrains geschaffen. Definitiv ein Album, dass man nicht nur einmal hört und dessen Songs man auch live erleben möchte!
http://www.myspace.com/5bugs